La Gomera, die zweitkleinste Insel der Kanaren, ist ein Ort, der sich mir nicht leicht erschließt. Zwischen
steilen Landschaften, insel-eigener Identität, profitorientierten Investoren und Abwanderung von Einheimischen
begegnen sich unterschiedliche Vorstellungen und Interessen davon, was diese Insel aktuell
und zukünftig ausmachen soll.
Seit meinem ersten längeren Aufenthalt auf La Gomera im Februar und einem weiteren Aufenthalt im
Sommer fotografiere ich Menschen, Landschaften und Situationen, diese Fragen verkörpern. Dabei erkenne
ich aktuell ein spannendes Moment. Durch die Abgelegenheit und kaum zu bändigender Natur ist
die Insel bisher vom europäischen Massentourismus verschont geblieben. Lokale Identität und Traditionen
werden nach wie vor gepflegt.
Trotzdem reiben verschiedene Interessen auf engem Raum aneinander. Europäer vom Festland versuchen
hier ein alternatives Leben zu führen, junge Menschen verlassen die Insel für bessere Arbeitsmöglichkeiten
und immer trockenere Jahre bedrohen die Grundlage der Einheimischen. Auch scheinen sich
die Klauen der Globalisierung enger um die Insel zu schließen. Wird diese Insel in den nächsten Jahren
wie andere „Geheimtipps“ überrannt und die Konsequenzen tragen? Und lässt sich ein Leben „wie bisher“
mit weiterschreitendem Klimawandel noch aufrecht halten?